Unser Charly
Aus dem Leben eines sehr kleinen Tieres.
Charly in: Frohe Eierttage!
Ostern ist bei kleinen Tiere wegen der damit verbundenen Amüsements (Schokolade essen, Lämmchen streicheln) naturgemäß ein sehr beliebtes Fest. Auch Charly freute sich seit Wochen darauf. Wenn da nur nicht der stressige Ostereinkauf wäre!


Charly in: Total ballaballa!
Energisch möchte Charly dem verbreiteten Irrgauben widersprechen, er sei nur deshalb Bayern-München-Fan, weil er so gerne gewinnt (und zu schlecht im Gummitwist ist, um die nötigen Triumphe aus eigener Kraft zu schaffen). Stimmt ja gar nicht! Immerhin war Charly schon glühender Anhänger des sympathischen Rekordmeisters, als dieser gerade mal fünf mickrige Pokalsiege und fünf ärmliche Meisterschaften zu verzeichnen hatte.

Obwohl Charly sich in diesen frühen Jahren seines Fanseins recht oft köstlich über den Namen Asgeir Sigurvinsson amüsierte, galt seine größte Sympathie stets Paule Breitner - vielleicht deshalb, weil Charly auch ganz gerne mal in seiner Mao-Bibel schmökert, wenn er die Zeit dazu findet.

Kraut & Rüben
Natürlich ist das schwülschwitzige Wetter dieser Tage vor allem für sehr kleine Tiere mit fragilem Kreislauf beschwerlich. Doch Charly klagt nicht, sondern zieht fleißig hinaus aufs Feld, um dafür zu sorgen, dass WIR ALLE genug zu essen haben. Danke, Charly!

Charly ist begeistert: Das Saatgut vom Obst- und Gartenbauverein aus der Ukraine trägt prächtige Früchte.

Auch die Runkenrüben scheinen sich nach Jahren voller Kummer endlich am Riemen zu reißen.

Im Lauchfeld ging Charly dann versehentlich für ein paar Stunden verloren. Fest nahm er sich vor, den Weg beim nächsten Mal mit einigen Nacktschnecken zu markieren.
It’s only Rock’n’Roll - Charly likes it

Gestern besuchte Charly sein erstes Konzert. Dank seines recht professionell gefälschten Schülerausweises hatte das sehr kleine Tier beim Einlass keine weitere Schwierigkeiten, obwohl es in echt noch gar nicht 16 Jahre alt ist. Charly war sehr aufgeregt, denn auf der Bühne stand Jarvis Cocker. Mehrmals winkte ihm Charly von der Balustrade begeistert zu und sang ganz Lieder auswendig mit. Heute übte Charly den ganzen Tag Jarvis’ Stolper-, Deute- und Schwänzeltänze, die ihn stark beeindruckt hatten. Leider sind seine Arme und Beine für die korrekte Ausführung etwas zu kurz.
Charly kommt rum (4)
Nach all den exotischen Aufregungen war Charly doch irgendwie froh, wieder in Europa anzukommen.

Charly genoss also die vertraute Kultur.

Das kleine Tier mit den empfindlichen Ohren besichtigte auch den Mailänder Dom und freute sich darüber, dass europäische Geistliche während seiner Abwesenheit nicht ebenso dazu übergegangen waren, die Gläubigen mit halbstündigem Geplärr in das Gotteshaus zu scheuchen.

Zu seiner Erleichterung entdeckte Charly das Taubenfütterungsverbotsschild auf dem Domplatz erst, nachdem er bereits vier Laib Brot und einige süße Stückle an das dankbare gefiederte Volk verteilt hatte. Glück gehabt, Charly!

Den Rest des Tages widmete Charly einem seiner Lieblingshobbys: Heilige bestimmen. Hier identifiziert das multiinteressierte Tier an der Domfassade den Hl. Schlendrian.
Charly kommt rum (3)

Charly hat mehr mit Paris Hilton gemein, als man allgemein glauben würde.
Charly kommt rum (2)
Charly, ein ausgemachter Bewunderer von Yves Saint Laurent, war aufgeregt: Bei seinem Marrakesch-Aufenhalt besuchte er auch den Jardin Majorelle, einen botanischen Garten, der dem Modeschöpfer gehört hatte und in dem er sich Inspirationen für seine Entwürfe holte. Charly erhoffte sich gleichfalls einige künstlerische Einfälle, schließlich betreibt er seit Jahren mit wachsendem Erfolg Malen nach Zahlen.

Zuerst steuerte er die Gedenkstätte für Yves Saint Laurent an, dessen Asche im Rosengarten verstreut worden war.

Still verharrte das sensible Tier in ehrfürchtigem Gedenken.

Als es sich wieder gefasst hatte, bewunderte es die mächtigen Palmen

und schnupperte verträumt an exotischen Blumen.

Das typische Majorelle-Blau des Gartens verschaffte Charly schließlich auch die erhoffte Inspiration: Er beschloss, gleich nach seiner Rückkehr eine ausgiebige blaue Phase einzulegen. Die bislang geplante Meerschweinchen-Phase würde er einfach noch ein Weilchen aufschieben.
Charly kommt rum (1)
Weitgereiste Schlawiner werden schon an dieser Hintergrundfarbe erkennen, wo Charly kürzlich Urlaub machte.

In Marrakesch, das man auch die “rote Stadt” nennt. Und das, obwohl das kleine Tier bei Hitze oft Probleme mit dem Kreislauf hat und dazu neigt, sich von windigen Straßenhändlern gutgläubig um sein ganzes Taschengeld betuppen zu lassen. Sehr mutig, Charly!

Selbstverständlich ließ sich das arglose Tier zügig sinnlos viele Babouches in gewagten Farben und Größen aufschwatzen. Dabei hat es bekanntlich nur sehr kleine Pfoten!

Charly kostete die lokalen Getränke.

Der Verzehr lokaler Speisen scheiterte allerdings daran, dass Charly beim Schneckenhändler vor dem Kauf darauf bestand, den Namen jedes einzelnen Tieres zu erfahren.

Charly, gewohnt weltoffen, interessierte sich auch für lokales Handwerk.

Ansonsten lag er oft bräsig herum.

Was blieb ihm auch übrig? Die Koranschule hatte ja leider Sommerferien.
Charly kommt rum
Demnächst an dieser Stelle: Spannende Reiseberichte eines sehr kleinen Tieres!

